Ein neuer Ansatz für die Parodontitistherapie mit Pocket-X® Gel
Die unterstützende Parodontitistherapie (UPT) hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Pocket-X® Gel zeigt vielversprechende Ergebnisse in der parodontalen Behandlung – wie in zwei klinischen Fällen eindrucksvoll demonstriert wird.
Fall 1 – Unerwartet starke Reduktion der parodontalen Sondierungstiefen
Klinische Ausgangssituation
Der Patient stellte sich mit einer fortgeschrittenen Parodontitis vor, gekennzeichnet durch ausgeprägte Sondierungstiefen (> 4 mm), generalisiertem Bluten auf Sondiereng (BoP), Attachmentverlust und entzündlich bedingten Gewebeabbau.
Therapiekonzept
Das etablierte Vorgehen bestand aus einem systematischen subgingivalen Debridement, durchgeführt in vier Sitzungen bei Sondierungstiefen > 4 mm.
Im Rahmen des vierten Termins wurde Pocket-X® Gel nach erfolgtem Debridement gezielt in ausgewählten Taschen appliziert, nicht jedoch in allen parodontalen Bereichen.
Ergebnis
Drei Monate nach Abschluss der Therapie (inkl. einer einmaligen Applikation von Pocket-X® Gel) zeigte sich eine signifikante Verbesserung:
Die Reduktion der Sondierungstiefen übertraf die in der konventionellen Therapie zu erwartenden Werte deutlich. Das parodontale Entzündungsgeschehen war stark rückläufig. Die klinischen Befunde deuten auf eine optimierte Stabilisierung des Attachmentlevels hin.
Fall 2 – Kontrollierte Ausheilung einer schweren Parodontitis ohne chirurgische Intervention
Klinische Ausgangssituation
Der zweite Patient stellte sich mit einer schweren, symptomatischen Parodontitis vor. Zusätzlich lagen folgende Besonderheiten vor: eine Schmelz-Dentin-Fissur im Bereich der Krone 21, persistierende tiefe Taschen an den Pfeilerzähnen 21 und 23, bukkale Dislokation von Zahn 11 infolge des Drucks palatinaler Weichgewebsentzündung, sowie ausgeprägte Sondierungstiefen im Erstbefund. Ein prothetischer Ersatz von 21 wurde zunächst ausgeschlossen, um die parodontale Situation vorab vollständig zu stabilisieren.
Therapiekonzept
Analog zu Fall 1 erfolgte ein umfassendes, systematisches subgingivales Debridement in vier Sitzungen bei Taschen > 4 mm. Im letzten Termin wurde zusätzlich Pocket-X® Gel subgingival appliziert.
Ergebnis
Das entzündliche Geschehen bildete sich vollständig zurück. Zahn 11 korrigierte sich spontan und richtete sich physiologisch in die korrekte Position auf. Eine deutliche Verbesserung des klinischen Attachmentniveaus wurde ohne chirurgischen Eingriff erreicht.
Rolle der Dentalhygiene
Ein weiterer klinischer Vorteil von Pocket-X® Gel ist, dass die Applikation auch durch Dentalhygieniker/-innen im Rahmen der UPT möglich ist.
Dies erweitert die therapeutischen Einsatzmöglichkeiten im Praxisalltag und erhöht die Flexibilität in der Patientenversorgung.
Zusammenfassung & Fazit
Die vorgestellten Fälle zeigen, wie Pocket-X® Gel die nicht-chirurgische Parodontitistherapie sinnvoll ergänzen kann:
✔ deutliche Reduktion der Sondierungstiefen
✔ Optimierung des klinischen Attachmentlevels
✔ vollständige Kontrolle des Entzündungsgeschehens
✔ spontane physiologische Zahnbewegungskorrektur möglich
✔ minimal-invasive Ergänzung zur anti-infektiösen Parodontitistherapie
Pocket-X® Gel stellt somit eine vielversprechende, nicht-chirurgische Behandlungsoption zur Verbesserung der parodontalen Heilung dar und kann helfen, chirurgische Interventionen zu vermeiden – insbesondere bei fortgeschrittenen parodontalen Defekten.
Solche klinischen Verläufe ermutigen, das Gel als Ergänzung zur systematischen Parodontitistherapie in Betracht zu ziehen, um die parodontale Stabilität weiter zu verbessern und langfristig die besten Ergebnisse für Patientinnen und Patienten zu erzielen.
Dr. Florian Rathe, PhD
Spezialist für Parodontologie und Implantologie,
Praxis Schlee & Rathe, Forchheim, Deutschland,
Dozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Danube Private University Krems, Österreich