Kollagenmembran für verbesserte Knochenqualität
Die Knochenqualität wiederum wird durch Parameter wie Zusammensetzung und Struktur bestimmt, die die mechanische Festigkeit maßgeblich beeinflussen.1-4 Entscheidend ist daher die Frage: Wie lässt sich Knochen mit einer für Implantationen geeigneten Qualität regenerieren? Und welche Rolle spielen dabei Knochenersatzmaterial und Membran?
Wissenschaftler haben diese Fragen mit verschiedenen Methoden untersucht, darunter histologische Analysen und bildgebende Verfahren.5,6
Klinische Humanstudie
In einer humanhistologischen Studie wurde der Anteil der Knochenfläche (Anteil neugebildeten Knochens in %) nach Augmentation von frischen Extraktionsalveolen beurteilt.7 Die Studie wurde mit 23 Patientinnen und Patienten durchgeführt, von denen mindestens die Hälfte teilweise resorbierte Knochenwände an einer oder zwei Seiten aufwies. Alle Alveolen wurden mit Geistlich Bio-Oss® Granulat augmentiert; 12 Defekte wurden zusätzlich mit Geistlich Bio-Gide® abgedeckt (Testgruppe), 11 blieben unbedeckt (Kontrolle).
Nach 9 Monaten erfolgte die Entnahme von Knochenbiopsien; die Anteile neugebildeten Knochens wurden in koronalen, mittleren und apikalen Abschnitten ausgewertet. In der Testgruppe mit Geistlich Bio-Gide® lagen die Werte zwischen 23–72% (Mittelwert 40,8% ± 10,61%), während die Kontrollgruppe ohne Membran 15–54% (Mittelwert 29,7% ± 7,21%) erreichte. Der mittlere Anteil der Knochenfläche war in allen Abschnitten signifikant höher, wenn eine Membran verwendet wurde (p < 0,05).
Fazit der Autoren: „In der unmittelbaren Phase nach der Extraktion bewahrte bovines Knochenmineral als Augmentationsmaterial das Alveolenvolumen und ermöglichte die Neubildung von Knochen für die spätere Vorbereitung des Implantatbetts. Der Anteil neugebildeten Knochens erhöhte sich mit der Verwendung einer GTR-Membran.“
Tierexperimentelle Studie
Eine ähnliche Fragestellung wurde in einer tierexperimentellen Studie untersucht, mit Fokus auf die Dichte des neu gebildeten Knochens.8 Bei sechs Hunden wurden je drei standardisierte Alveolarkammdefekte nach Aufklappen eines Mukoperiostlappens angelegt. Zwei Gruppen wurden randomisiert entweder mit Geistlich Bio-Oss® allein oder mit Geistlich Bio-Oss® plus Geistlich Bio-Gide® behandelt; die Kontrollgruppe blieb unbehandelt.
Die Knochendichte wurde mithilfe der Computertomographie nach 8 und 16 Wochen analysiert. Sowohl die Testgruppen als auch insbesondere die Membrangruppe zeigten signifikant höhere Werte im Vergleich zur Kontrolle (p < 0,01). Zudem waren das Ausmaß der Knochenaugmentation sowie die Dicke des bukkalen Kieferkammes in der Membrangruppe am größten, wie 3D-Rekonstruktionen der CT-Daten belegten.
Die Autoren resümierten: „Die Ergebnisse zeigten einen signifikanten Unterschied (p < 0,01) in der Veränderung der mittleren Knochendichte zwischen Defekten mit und ohne Membran. Eine geringere Knochendichte bei Defektauffüllung ausschließlich mit Knochenmineralpartikeln kann im Vergleich zu einer Kombination mit Knochenmineral und Kollagenmembran zu eingeschränkter Osteogenese oder verstärkter Resorption führen.“
Referenzen:
- Porter JA and von Fraunhofer JA.: Gen Dent 2005;53(6):423-46. (review)
- Mittal Y, et al.: Indian J Dent 2016;7(2):86-94. (review)
- Turkyilmaz I and McGlumphy EA.: BMC Oral Health 2008;8:32. (clinical study)
- Compston J.: Arq Bras Endocrinol Metabol 2006;50(4):579-85. (review)
- Artzi Z, et al.: J Periodontol 2000;71(6):1015-1023. (clinical study)
- Norton MR and Gamble C.: Clin Oral Implants Res 2001;12(1):79-84. (clinical study)
- Perelman-Karmon M, et al. : Int J Periodontics Restorative Dent 2012;32(4):459-65.(clinical study)
- Kim M, et al.: In Vivo 2008;22(2):231-6. (animal study)
von Geistlich