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Wie Biomaterialien zur Zukunft von Geistlich wurden

Mitte der 1990er Jahre befindet sich Geistlich in einem anspruchsvollen Umfeld. Internationale Anbieter drängen mit Dumpingpreisen auf den Schweizer Markt und traditionelle Industrieprodukte geraten zunehmend unter Druck. Besonders betroffen ist der Düngerbereich, der 1989 noch 7,5 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt, jedoch immer weniger rentabel ist.
[Deutsch (Schweiz)]

1993 stuft eine Studie des Bundesamtes für Umwelt Schweizer Gärten als «überdüngt» ein und lässt den Markt nochmals einbrechen. Vor diesem Hintergrund entscheidet sich Geistlich für einen konsequenten Schritt: Der Düngerbereich wird an das Unternehmen Hauert verkauft. Für Philipp Hauert, Verwaltungsratspräsident des Familienunternehmens, war dieser Moment mehr als ein geschäftlicher Transfer: «Für uns war klar: Geistlich Dünger steht für Tradition, Qualität und Vertrauen. Diese Linie weiterzuführen war nicht nur eine Chance, sondern eine Verpflichtung gegenüber dem Schweizer Gartenbau.»

Der Verkauf markiert das Ende einer Ära und gleichzeitig den Beginn einer neuen. Denn während das traditionelle Industriegeschäft unter Druck gerät, erhebt sich ein Zukunftsbereich, der das Unternehmen nachhaltig prägen wird: Biomaterialien. 1994 wird Geistlich für das natürliche Knochenersatzmaterial Geistlich Bio‑Oss® mit dem Innovationspreis der Zentralschweizer Handelskammer ausgezeichnet. Ein frühes Zeichen für die strategische Neuausrichtung hin zu spezialisierten, technologischen sowie medizinischen Produkten. 

Früher schon stammten die Geistlich Produkte aus Knochen, heute hoch technologisiert damals durch händische Knochenarbeit.

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