Anfang der 1930er-Jahre steckt Europa in einer schweren Wirtschaftskrise. Trotz der schwierigen Lage bleibt Geistlich seinen Werten treu: Das Unternehmen zahlt weiterhin Renten an 46 Mitarbeitende und bietet eine 90-tägige Arbeitslosenversicherung. 1932 müssen die Löhne zwar um zehn Prozent gekürzt werden, doch die soziale Verantwortung bleibt ein fester Bestandteil der Firmenpolitik.
Innovation als Antwort
Mit dem Aufkommen chemisch-künstlicher Leime erkennt Geistlich früh die Chancen und steigt 1933 in deren Produktion ein. Der halbchemische Furnierleim Tycol wird in 18 Ländern patentiert und markiert den Beginn einer neuen Ära. Während des Zweiten Weltkriegs folgt der wasserfeste Leim Gewocol, später Kunstharzleime – Innovation als Antwort auf die Herausforderungen der Zeit.
Parallel dazu spielt der Geistlich-Dünger eine Schlüsselrolle in der «Anbauschlacht», als die Schweiz zur Selbstversorgung gezwungen ist. Das aus Knochenmehl hergestellte Produkt ist der einzige einheimische phosphorhaltige Dünger und sichert die Ernährung des Landes.
Geistlich-Leim als Bindemittel
Was Geistlich dabei stets auszeichnet: Bindung und Beständigkeit. Schon 1895 führte das Unternehmen eine kostenlose Unfallversicherung ein, später folgten Unterstützungsfonds und familienfreundliche Leistungen. 1941 blickt ein Drittel der Belegschaft auf über 20 Jahre Betriebszugehörigkeit zurück – ein Mitarbeiter bringt es auf den Punkt: „Der Geistlich-Leim ist ein hervorragendes Bindemittel.“
Gestern wie heute: Fortschritt und Verantwortung gehen bei Geistlich Hand in Hand.